der "Neukatholiken", war der Grund dafür, dass der 54-jährige Architekt und Zimmermann Isaac Michel gemeinsam mit sieben Kindern im Jahre 1687 aus seinem Heimatland Frankreich nach Deutschland flüchtete. Seine Frau hatte er bereits verloren, ob während der Flucht oder bereits vorher, lässt sich heute nicht mehr nachvollziehen.
Seine Kinder waren:
Marguerite, damals 26 Jahre alt,
Gaspar, 25 Jahre alt,
Louise, 22 Jahre alt,
Jeanne, 20 Jahre alt,
eine zweite Jeanne, 18 Jahre alt,
Isaac, 16 Jahre alt,
Francois, 14 Jahre alt.
Unter seiner Obhut
war außerdem sein Neffe Isaac Estré.
Die Familie Michel
stammte aus dem Ort DIE (früher: DYE), der Hauptort der Landschaft Diois, "das Land an der Dröme". Umrahmt wird diese Landschaft vom Gebirge der Vercors, der Montagne de Lans, der Triéves und Ketten von Bergzügen im Süden. Rund 30% des Departments sind bewaldet, Der Name der Dröme wird von dem griechischen Wort "Druna" abgeleitet und mit der Holzart Eiche verbunden. Dieser Raum der Alpen sei ursprünglich, insbesondere auf den ebenen Teilen, ein großer Eichenwald gewesen.
Den Familiennamen Michel
findet man noch heute in DIE.
Einen großen Leidensweg
hatten die "Neukatholiken" hinter sich, bis sie sich zur Flucht entschieden. Viele Menschen wurden verhaftet und getötet, Kirchen zerstört. So hausten im Winter von 1683 auf 1684 die Dragoner schrecklich im Diois und im März 1684 waren bereits neun protestantische Temples geschlossen sowie neunzehn zerstört. Der allgemeine Arrest des Rates zu Versailles, welcher die Zerstörung ("La démolation") der Temples in allen Städten, in denen ein Bischof residierte, anordnete, erging erst am 30. Juli 1685. Davon wäre im Diois auch nur der Temple in DIE selbst betroffen gewesen. Der für das Diois zuständige Intendant war gegenüber den Protestanten also besonders hart und gehässig.
Die Zerstörung der Kirchen ("Temples")
war schwerwiegend, war doch der "Temple" das Zentrum des kirchlichen Lebens einer protestantischen Gemeinde. Am 18. Oktober 1685 folgte dann das Edikt von Fontainebleau, dass folgende Forderungen enthielt:
es denen von der "vorgeblich reformierten Religion" verboten war, sich (auch in einem Privathaus) zu versammeln,
die Prediger (ministres) entweder konvertierten oder innerhalb von vierzehn Tagen (quinze jours) das Land zu verlassen hatten,
Kinder nur noch römisch-katholisch getauft und erzogen werden durften, es allen Untertanen verboten wurde, auszuwandern.
Durch dieses Edikt
gab es für die Glaubenstreuen nur noch zwei Möglichkeiten:
Die gefahrvolle Flucht ins Ausland,
oder die Ausübung des Glaubens im Untergrund, in der Kirche unter dem Kreuz, "sous la croix".